Orkan Sabine hielt Feuerwehren auf Trapp

bei Georg Kost

Regierungsbezirke ziehen Bilanz

Symbolfoto © infopress24.de

PFORZHEIM, CALW, BÖBLINGEN, 11.02.2020 (ots) – Rund 320 Einsätze mussten Kräfte des Polizeipräsidiums Pforzheim bisher im Zusammenhang mit dem Orkantief Sabine bewältigen. Bereits am Vorabend wurde über die sozialen Kanäle Facebook und Twitter der Polizei auf drohende Gefahren hingewiesen. Aus diesem Grund bereitete sich das Polizeipräsidium Pforzheim auf ein erhöhtes Einsatzaufkommen vor.

Die ersten Unwettereinsätze begannen am Sonntagabend gegen 22.00 Uhr. Die Polizei musste mit Stand 14.00 Uhr zu rund 320 Einsätzen ausrücken. Die Einsätze wurden in enger Abstimmung mit den Leitstellen der Rettungsdienste sowie der Polizeibehörden koordiniert. Schwerpunktmäßig waren die Höhenlagen des Schwarzwaldes im Bereich der Landkreise Freudenstadt und Calw sowie Straßen mit Waldstrecken im gesamten Gebiet betroffen.
Die überwiegende Anzahl der Einsätze betrafen umgestürzte Bäume, blockierte Straßen und herabfallende Dachziegel. Nach bisherigen Erkenntnissen gibt es im direkten Zusammenhang mit dem Sturm keine Personenschäden. Bei den bisher bekannten Fällen wird der Schaden auf über 160.000 Euro geschätzt.

In Bad Rippoldsau-Schapbach stürzte ein Baum in eine Hochspannungsleitung und verursachte im umliegenden Gehölz einen Brand. Im Folgenden führte dies zu einem Stromausfall. Auch in Pforzheim verursachten abgerissene Hochspannungsleitungen kurzfristige Stromausfälle.

In Pforzheim wurde gegen 06.50 Uhr ein Sattelzug bei der Anschlussstelle Pforzheim-Ost durch eine Sturmbö erfasst und kippte auf einen Smart sowie einen Audi. Glücklicherweise wurde hierbei niemand verletzt. Die Beteiligten wurden trotzdem vorsorglich in einem nahegelegenen Krankenhaus untersucht.
Aktuell sind noch mehrere Bundes-, Landes- und Kreisstraßen wegen umgestürzter Straßen gesperrt. Eine aktualisierte Liste mit gesperrten Straßen wird im Laufe des Tages beim Verkehrswarndienst eingestellt.

Derzeit gehen weitere Notrufe mit Hinweisen zu umgestürzten Bäumen bzw. Sturmschäden ein. Die Lage hat sich jedoch deutlich entspannt. Nach Informationen des Deutschen Wetterdienstes sind heute weitere Orkanböen möglich und hält die amtliche Unwetterwarnung aufrecht.

BÖBLINGEN:  Zwischen Sonntag 23:00 Uhr und Montag 15:30 Uhr registrierte das Führungs- und Lagezentrum des Polizeipräsidiums Ludwigsburg über 230 Unwettereinsätze in den Landkreisen Ludwigsburg und Böblingen. Davon betroffen waren nahezu alle Kommunen. Bei der überwiegenden Zahl der Einsätze waren die Feuerwehren gefordert, wenn es darum ging, umgestürzte Bäume oder große Äste von den Straßen zu entfernen.
In Vaihingen/Enz-Enzweihingen fuhr ein 54-Jähriger mit seinem Nissan gegen 06:25 Uhr auf der Beerhaldenstraße gegen einen umgestürzten Baum An dem Fahrzeug entstand Sachschaden in Höhe von 5.000 Uhr. Das nicht mehr fahrbereite Auto wurde abgeschleppt. Der 54-Jährige kam mit dem Schrecken davon.

Etwa 30.000 Euro Sachschaden entstand gegen 06:30 Uhr  auf der L 1361, Ortsumfahrung Mötzingen. Der 47-jährige Fahrer eines Lastzuges war in Richtung der B 28 unterwegs, als sein Fahrzeug von mehreren starken Böen erfasst wurde auf auf die linke Seite kippte. Der Lastzug musste mit zwei Kranfahrzeugen wieder aufgerichtet werden. Für die Dauer der Maßnahmen war die Landesstraße in beiden Richtungen gesperrt.
In Weissach  wurden zwei Passanten in der Porschestraße von umherfliegenden Gegenständen getroffen und verletzt.

Herabstürzende Teile vom Flachdach eines Hochhauses in der Schwarzwaldstraße in Bietigheim-Bissingen führten ab 06:15 Uhr zu weiträumigen Absperrungen im Ellental. Das angrenzende Ellental-Gymnasium blieb für heute geschlossen, da ein sicherer Schulweg nicht gewährleistet werden konnte. Auch der Zugverkehr auf der benachbarten Bahnlinie wurde aus Sicherheitsgründen eingestellt. Im Laufe des Nachmittags werden die Arbeiten an dem Flachdach abgeschlossen sein und die Absperrmaßnahmen können dann aufgehoben werden.