„Nur drücken, nicht beatmen“

bei Georg Kost

TSV Wurmberg nimmt an Reanimationsschulung teil

Mitglieder des TSV Wurmberg-Neubärental haben an der Reanimationsschulung des bfv teilgenommen. Foto Joachim Hailer

WURMBERG, 21.01.2019 (pm) – Von den rund 70.000 Menschen, die jedes Jahr in Deutschland einen plötzlichen Herzstillstand erleiden, sterben etwa 65.000, weil Ersthelfer nur unzureichend reanimieren oder aus Angst vor Fehlern gar nichts machen. Grund genug für die Deutsche Herzstiftung und für den Badischen Fußballverband (bfv), mit dem gemeinsamen Projekt „Lebensretter sein – Fußballer lernen Wiederbelebung“ Vereine in Baden vor Ort zu besuchen. Vergangene Woche war das Schulungsteam beim TSV Wurmberg-Neubärental.

Plötzlich bricht ein Spieler auf dem Fußballplatz zusammen, ist nicht mehr ansprechbar. Auch wenn bei Sportlern im Vergleich zur Normalbevölkerung das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen niedriger ist, steigt es doch mit dem Alter. Was muss ein Ersthelfer bei einem Herznotfall wie Herzstillstand oder -infarkt beachten? Wer kann im Verein mit dem „Defi“ umgehen?

Es ist nicht der Sauerstoff, der dem Körper in den ersten zehn Minuten nach einem Herzstillstand fehlt. Es ist der fehlende Blutfluss, so dass der Sauerstoff nicht zum Gehirn transportiert werden kann. Durch die Herzdruckmassage wird ein solcher Blutfluss hergestellt. Deswegen gilt das Motto bei der Laien-Reanimationsschulung: „Nur drücken – nicht beatmen“. Für Joachim Hailer, der die Fußballabteilung des TSV Wurmberg-Neubärental leitet, sei das auch neu gewesen: „Das macht es für Ersthelfer einfacher, da die Hemmschwelle nicht so hoch ist“.
Gemeinsam mit 13 weiteren Teilnehmern bekam er von Prof. Rainer Zimmermann aus Pforzheim – der zugleich Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates der Deutschen Herzstiftung ist – anschaulich gezeigt, wie das menschliche Herz funktioniert. Anschließend ging es mit Stiftungsmitarbeiter Julian Bökmann an die Übungspuppe, an der die Herzdruckmassage und der Einsatz eines Automatisierten Externen Defibrillators (AED) erklärt wurde. Abteilungsübergreifend wurde dann zusammen der Notfall geübt: Sowohl Übungsleiter der Turnabteilung als auch Fußballtrainer der Junioren- und Aktivenmannschaften des TSV nahmen an der zweistündigen Schulung teil. Schließlich sei dies für alle wichtig, so Hailer. Sein Fazit des Abends: „Das A und O: sofort agieren! Die zehn Minuten sind so schnell rum!“