Landratsamt warnt vor illegalen Abfallsammlungen

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ENZKREIS, 04.12.2018 (pm) – Das Landratsamt Enzkreis warnt vor bestimmten Abfallsammlern, die immer wieder im Landkreis aktiv sind. Häufig finden Bürgerinnen und Bürger Wurfzettel in ihren Briefkästen, auf denen eine „ungarische Familie“ ankündigt, eine Sammlung verschiedenster Altgegenstände durchzuführen. „Wir nehmen alles, was Sie nicht brauchen“, heißt es in den Flyern. Die aufgezählten Gegenstände, der Schreibstil sowie fehlende Kontaktdaten lassen den Eindruck entstehen, dass es sich nicht um eine seriöse Sammlung handelt.
„Die zweifelhafte Seriosität allein würde uns jedoch nicht zum Handeln veranlassen“, so der Leiter des Umweltamtes, Axel Frey, bei dessen Amt Abfalltransporte eigentlich vorher angemeldet werden müssen. „Aber das, was die Sammler anbieten abzuholen, sind Abfälle im Sinne des Kreislaufwirtschaftsgesetzes, und diese müssen, sofern sie aus privaten Haushalten stammen, grundsätzlich dem zuständigen öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger, also dem Landkreis, überlassen werden.“ Ausnahmen gelten laut Frey für nicht gemischte, nicht gefährliche Abfälle wie Altkleider oder Altmetall, wenn sie durch eine gemeinnützige oder gewerbliche Sammlung einer ordnungsgemäßen und schadlosen Verwertung zugeführt werden. Diese Sammlungen müssen allerdings vorher dem Landratsamt Enzkreis angezeigt und eine ordnungsgemäße Verwertung des Sammelguts nachgewiesen werden. „Genau das ist bei besagten Sammlungen jedoch nicht der Fall“, so Frey weiter. Eine Unterstützung von bedürftigen Familien erfolge ebenfalls nicht. Vielmehr zögen die Sammler Profit daraus, denn die eingesammelten Gegenstände werden umgehend bei Wertstoff- oder Metall- und Schrotthändlern in bare Münze umgesetzt. Noch gut erhaltene Gebrauchsgegenstände werden nicht abgegeben, sondern verkauft.
Das Landratsamt weist darauf hin, dass sich Personen, die sich an diesen Sammlung beteiligen, unter Umständen strafbar machen oder sich zumindest rechtswidrig verhalten. Denn oft werden Gegenstände, die die Sammler nicht gebrauchen können, irgendwo auf Parkplätzen oder in der freien Natur entsorgt. Sollte zurückverfolgt werden können, von wem der Abfall stammt, kann auch derjenige zur Verantwortung gezogen werden.
Oft werden auch Gegenstände mitgenommen, die aufgrund ihrer Zusammensetzung als gefährliche Abfälle eingestuft sind, wie etwa Elektrogeräte und Altfahrzeuge. Diese Abfälle müssen gesondert entsorgt werden – über die Elektrogeräte-Sammlungen auf den Recyclinghöfen beziehungsweise bei Altfahrzeugen über anerkannte Annahme- oder Rücknahmestellen oder anerkannte Demontage-Betriebe. „Wir appellieren deshalb an alle Bürgerinnen und Bürger, sich vorher kundig zu machen, bevor sie sich an solchen Sammlungen beteiligen“, so Frey abschließend. Das Umweltamt sei zudem für Hinweise aus der Bevölkerung auf illegale Sammlungen dankbar. Nur diejenigen, die auf frischer Tat ertappt werden, könnten auch zur Rechenschaft gezogen werden.
Hinweise nimmt das Umweltamt unter der Rufnummer 07231 308-9451 oder per Mail an umweltschutzamt@enzkreis.de entgegen.