Jugendliche gestalten Bildtafeln zum 23. Februar

Unter den 15 teilnehmenden Klassen war auch eine der Verbandsschule im Biet Neuhausen

bei Georg Kost

„Gestern – Heute – Morgen“

Gesamtcollage aller Bildtafeln (Fotos Kulturamt Stadt Pforzheim; Reinmüller/Hoffmann)

PFORZHEIM 09.02.2022 (stp) – Am 23. Februar 2022 jährt sich die Zerstörung Pforzheims zum 77. Mal. Noch heute sind die Folgen des verheerenden Luftangriffs im vom nationalsozialistischen Deutschland entfachten Zweiten Weltkrieg im Stadtbild sichtbar. Dennoch haben viele Jugendliche wenig oder keinen Bezug zu diesem Pforzheimer Schicksalstag.
Einen Zugang für die junge Bevölkerung schafft das Team der Kulturellen Bildung des städtischen Kulturamts seit 2017 über das Bildtafel-Projekt zum 23. Februar: Schülerinnen und Schüler sind dazu aufgerufen, sich kreativ mit dem Gedenktag auseinanderzusetzen und ihre eigenen Blickwinkel und Botschaften zu den Themen Krieg und Frieden auf künstlerische Weise zu präsentieren.

Die von Jugendlichen gestalteten Tafeln werden im Zweijahres-Rhythmus gezeigt – abwechselnd mit den traditionellen Tafeln mit den Ansichten des zerstörten Pforzheims. An der dritten Auflage der Aktion, deren Ergebnisse ab dem 15. Januar 2022 im Stadtlabor zu sehen sind, haben mit 319 Schülerinnen und Schülern aus Pforzheim und dem Umland so viele Jugendliche teilgenommen wie nie zuvor.

Um das Projekt trotz pandemiebedingter Einschränkungen wieder anbieten zu können, hat das Team der Kulturellen Bildung dazu den „digitalen Koffer zum Gedenkprojekt 23. Februar“ entwickelt und den teilnehmenden Schulen im Januar 2021 zur Verfügung gestellt. Inhalte des Koffers sind unter anderem die 20 schwarz-weiß-Fotografien der traditionellen Gedenk-Bildstelen zum 23. Februar, historische Dokumente des Pforzheimer Stadtarchivs, Beispiele anderer bildnerischer Gedenkprojekte oder auch Zeitzeugenberichte. Die Rückmeldung aus den Schulen war enorm. „Die angesprochenen Jugendlichen haben sich ausnahmslos alle an dem Projekt beteiligt und zum Ausdruck gebracht, dass dies eine gute Art und Weise ist, sich mit dieser Geschichte zu beschäftigen. Denn sie äußern ihre persönliche Meinung bildnerisch und kreativ und zeigen, wie Gleichaltrige für das Thema sensibilisiert werden können“, freut sich Susanne Reinmüller von der Kulturellen Bildung über die positive Resonanz.

Durch das digitale Angebot konnten sich erstmals auch Schulen außerhalb Pforzheims beteiligen.
Die 15 teilnehmenden Klassen stammen von der Otterstein-Realschule, der Nordstadtschule, dem Kepler-Gymnasium, dem Hilda-Gymnasium, dem Hebel-Gymnasium, dem Reuchlin-Gymnasium, dem Schiller-Gymnasium, der Alfons-Kern-Schule, der Johanna-Wittum-Schule, der Freien evangelischen Schule Nordschwarzwald, der Verbandsschule im Biet Neuhausen sowie dem Theodor-Heuss-Gymnasium Mühlacker.

Die Ergebnisse des Projekts sind vom 15. Januar bis 27. März 2022 im Stadtlabor ausgestellt. Ausgewählte Beiträge sind als Bildtafeln ab dem 21. Januar 2022 in der Innenstadt zu sehen.

Die Ausstellung im Stadtlabor kann von Klassen oder Gruppen auf Anfrage kostenlos besucht werden.