IG Metall zum Rückkauf von Weber durch die Altgesellschafter

bei Georg Kost

Beschäftigte erleichtert aber mit klaren Erwartungen

Firma Weber Neuenbürg. Foto IG Metall

NEUENBÜRG/MARKDORF/BERLN, 16.07.2020 (pm) – Bei der Belegschaft der insolventen Firma Weber Automotive in Neuenbürg wurde die endgültige Finalisierung des Rückkaufs durch die Familie Weber mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Zum einen mit Unbehagen, weil es für die Unternehmensteile in Markdorf und Bernau bei Berlin keine akzeptablen Lösungen gäbe und an diesen Standorten rund 160 Beschäftigte auf der Strecke bleiben werden, zum anderen natürlich auch mit Erleichterung da die monatelange Hängepartie für die Beschäftigten in Neuenbürg jetzt endlich zu Ende ist und die Beschäftigten nach vorne schauen könnten, heißt es in der Presseerklärung der IG Metall Pforzheim.

Dennoch verbinden die Beschäftigten den Blick nach vorne auch mit der Erwartung nach Veränderungen. Die Arbeitsplätze müssen durch die Corona Pandemie gebracht und anschließend in Richtung Elektromobilität zukunftssicher gemacht werden. Die Arbeitsbedingungen müssen künftig durch Tarifverträge gestaltet werden, erklärt der Gewerkschaftssekretär der IG Metall Pforzheim, Kai Müller. Dies sei im Rahmen des Übernahmeangebots von Seiten der Familie Weber bereits zugesagt worden und müsse jetzt zügig verhandelt und umgesetzt werden, so Müller weiter.

Gerade bei Belegschaften in Betrieben die ohne Tarifbindung in die Insolvenz geschlittert sind, sei im Falle ihrer Fortführung die Forderung nach Abschluss eines Tarifvertrags nicht selten, so der Sprecher der IG Metall Pforzheim, Arno Rastetter. Es gäbe im Enzkreis einige Beispiele in denen nach der erfolgreichen Fortführung des Betriebs auch zeitnah erfolgreich Tarifverträge abgeschlossen worden seien, so Rastetter weiter.