Hilfe aus dem Biet kommt an

bei Georg Kost

Weihnachtsaktion der Kinderhilfe Sri Lanka im Biet umgesetzt

50 Familien wurden bei Sinharaja im Regenwald neben Lebensmittelpaketen auch mit Schüsseln versorgt. Foto privat

NEUHAUSEN/TIEFENBRONN, 24.01.2018 (rsr) – Im Dezember letzten Jahres hatte der Verein Kinderhilfe Sri Lanka im Biet zur traditionellen Weihnachtsaktion aufgerufen. Im Hintergrund dieser Aktion standen die zahlreichen Katastrophen, die Sri Lanka im Jahr 2017 erfuhr. Demnach erlebte das Land die schlimmste Dürre seit mehr als 40 Jahren. Land und Menschen litten über Wochen hinweg bei Temperaturen über 40 Grad Celsius. Die Ernte wurde dadurch um fast die Hälfte reduziert. Trinkwasser wurde zur Mangelware. Über eine Million Menschen waren auf Trinkwasser und Lebensmittelrationen angewiesen. Danach folgten sintflutartige Regenfälle, deren Wassermassen nicht mehr durch die ausgetrockneten Böden aufgenommen wurden.

So versanken die Hauptstadt Colombo und mit ihr 18 Provinzregionen buchstäblich im Wasser.
Im Bergland gab es zahlreiche Erdrutsche. Insgesamt waren mehr als 200 Tote zu beklagen.
Die bei solchen Überschwemmung nachfolgenden Seuchen machten dem Land schwer zu schaffen und führten Mitte des Jahres zu einem Ausnahmezustand. Denguefieber breitete sich explosionsartig aus. Mehr als 114.000 Menschen erkrankten, wobei mehr als 300 an den Folgen dieser, durch Mücken übertragen Viruserkrankung, starben. Zeitweise waren die Krankenhäuser so überfordert, dass keine Neuinfektionen mehr zur Behandlung angenommen werden konnten.

Diese Katastrophen waren Anlass, dass die Kinderhilfe Sri Lanka im Biet e.V., mit ihrer Weihnachtsaktion Unterstützung zukommen lassen wollte.
Um deren Umsetzung kümmert sich der Vorsitzend der Kinderhilfe auf Sri Lanka, Walter Bogner derzeit direkt vor Ort. Wie Walter Bogner berichtet, wurden in der vergangenen Woche erste Nahrungspakete verteilt. So war der Vorsitzende in der Nähe von Kochchikade unterwegs. Dort traf er Menschen, die in einfachsten Behausungen versuchen, ihr Leben zu meistern. Bis zu acht Menschen leben den Schilderungen von Walter Bogner zufolge, in einer Einzimmerwohnung. Ohne jegliche Privatsphäre und ärmlichsten Verhältnisse, leben und schlafen die Menschen auf dem Boden.
Durch die Spendenaktion aus dem Biet konnten die Sorgen, um die tägliche Ernährung für insgesamt 20 Familien, zumindest für eine kurze Zeit gemindert werden. Die Freude darüber sei unermesslich gewesen, so Bogner.

Durch Spenden aus dem Biet konnte Walter Bogner jetzt Menschen auf Sri Lanka unterstützen. Fotos privat

Weitere Nahrungspakete wurden in der Region, rund um den Sinharaja Regenwald verteilt. Dort durften sich 50 Familien über die Aktion freuen. Zusätzlich erhielten diese Familien jeweils eine große Plastikschüssel, um die Früchte aus dem eigenen Anbau abtransportieren zu können.
Noch in Planung ist die Anschaffung von transportablen Wasserbehältern. Wie Walter Bogner berichtetet, fehlt ihm bei seinem jetzigen Aufenthalt einfach die Zeit, um das Projekt nachhaltig zu installieren.