Flüchtlings-Unterbringung im Enzkreis

Bezug im kommenden Jahr geplant

bei Georg Kost

Ähnlich wie auf diesem Beispiel-Foto wird die geplante zweigeschossige Wohnanlage in Maulbronn aussehen.
Foto: Alego GmbH

ENZKREIS/MAULBRONN, 12.11.2022 (enz) – Eine zweigeschossige Wohnanlage plant der Enzkreis am Maulbronner Stadtbahnhof; darüber hat Bürgermeister Andreas Felchle den Gemeinderat der Klosterstadt informiert. Der Pachtvertrag wird derzeit verhandelt, den Bauantrag will der Enzkreis noch im November einreichen. „Das ehemalige BayWa-Gelände bietet sich an, weil es schon 2015/16 in Gebrauch war und noch einiges an Infrastruktur vorhanden ist“, sagt Miriam Mayer. Sie leitet das Amt für Technische Dienste im Landratsamt, das sich um Bau und Einrichtung der Anlage kümmert.

Vorgesehen ist eine Gemeinschaftsunterkunft aus Wohncontainern mit gemeinsamen Küchen und Aufenthaltsräumen sowie Toiletten, Duschen und Waschräumen. Die geplante Anlage ist rund 25 Meter lang und 15 Meter breit. „Je nach Belegungsdichte können dort 50 bis 80 Menschen untergebracht werden“, erläutert der zuständige Dezernent Holger Nickel: „Da wir als Kreis selbst nicht über eigene Flächen verfügen, sind wir der Stadt Maulbronn sehr dankbar für das schnelle und geeignete Angebot.“
Andreas Felchle, Bürgermeister der Klosterstadt, betont, dass man sich angesichts der Brisanz des Themas im Cluster mit Mühlacker, Illingen, Sternenfels und Ötisheim abgestimmt und das BayWa-Areal dem Landratsamt vorgeschlagen habe.
Derzeit ist der Enzkreis dabei, mögliche Standorte für Container-Siedlungen in den Städten und Gemeinden zu sichten. „Wir stehen in einer sehr engen Abstimmung mit den Kommunen. Gemeinsam sind wir mit Hochdruck dabei, an Unterbringungs-Möglichkeiten außerhalb einer Hallennutzung zu arbeiten“, betont Landrat Bastian Rosenau: „Dafür bin ich allen Beteiligten sehr dankbar. Ich gehe davon aus, dass die Eignungsprüfung der uns von den Gemeinden und Städten angebotenen Flächen bis spätestens Ende November abgeschlossen ist und wir dann möglichst tragfähige Lösungen haben werden.”

Belegung schon ab Februar möglich
Die Anlage in Maulbronn wird der Enzkreis zunächst für 15 Monate anmieten; die Standzeit könnte auf maximal 24 Monate verlängert werden. „Aktuell prüfen wir, welche Verfügbarkeit auf welcher Ebene hergestellt werden kann, um zu entscheiden, ob wir den oberen oder den unteren Teil des Geländes nutzen“, sagt Miriam Mayer. Auf jeden Fall reiche einer von beiden aus, so dass der andere weiterhin als Parkfläche zur Verfügung stehe.
Die Aufstellung ist in der zweiten Januarhälfte vorgesehen, so dass eine Belegung bereits ab Februar erfolgen könnte. Woher die Flüchtlinge kommen werden, steht derzeit noch nicht fest. „Die Lage ändert sich ständig“, sagt Holger Nickel: „Für November rechnen wir mit 50 Menschen aus der Ukraine und 82 Menschen aus anderen Ländern. Wie es bis Februar aussehen wird, lässt sich nicht seriös vorhersagen.“
Die Containeranlage ist für die vorläufige Unterbringung von Flüchtlingen vorgesehen. Die Plätze werden auf die notwendigen Plätze in der Anschlussunterbringung angerechnet.