Feuerwehren müssen während der Pandemie improvisieren

bei Georg Kost

Atemschutzgeräteträger der Feuerwehr Tiefenbronn unterziehen sich Belastungsübung

Atemschutzgeräteträger der Feuerwehr Tiefenbronn unterziehen sich Belastungsübung. Foto: infopress24.de

TIEFENBRONN, 02.12.2021 (rsr) – Die Ausbildung der Feuerwehrangehörigen ist Grundlage, wie Gefahren erkannt und wie diese zu bekämpfen sind. Je besser und effektiver die Ausbildung, umso größer ist die Schadensvermeidung. Aufgrund der Corona-Pandemie mussten die Übungsdienste in der Vergangenheit allerdings über Monate weitgehend heruntergefahren werden. Betroffen hiervon waren auch Atemschutz-Belastungsübungen.
Dadurch entstand eine Diskrepanz zwischen dem notwendigen Bedarf an Belastungsübungen und der zur Verfügung stehenden Kapazität der Atemschutz-Übungsanlagen. Da diese aktuell nicht zur Verfügung stehen, müssen die Feuerwehren improvisieren.
Rund 50 Atemschutzgeräteträger, der Feuerwehr Tiefenbronn durchliefen in den letzten Wochen eine solche Belastungsübung an den jeweiligen Feuerwehrhäusern.
In vier Übungsteilen übten die Feuerwehranghörigen ihre Einsatztauglichkeit, um im Einsatzdienst den immer wieder auftretenden Situationen begegnen zu können.
Bekanntermaßen drohen an den Einsatzstellen Gefahren durch Atemgifte, Chemikalien, Strahlung, Elektrizität oder Einsturzgefahr bei Bränden, bis hin zu Explosionen. Sichtbehinderungen bei Dunkelheit oder Rauch, schlechte Witterung und unwegsames Gelände sind ebenso Einflussfaktoren die stark belastend wirken.

Stress und traumatische Erlebnisse bei Einsätzen mit Verletzten oder gar Toten können zudem zu physischer Überlastung der Einsatzkräfte führen. Die Arbeit im Feuerwehrdienst bedeutet Schwerstarbeit.

Insbesondere die Anforderungen an Atemschutzgeräteträger sind hoch. Jeder einzelne muss sich jährlich einem ärztlichen Gesundheitscheck unterziehen, der sogenannten Eignungsuntersuchung G 26 „Atemschutz“.

Bei der jetzt im Feuerwehrhaus Tiefenbronn durchgeführten Übung, unter der Leitung von Manuel Weiss, stand die Sicherheit der Einsatzkräfte im Vordergrund.
Ein eigens erstelltes Hygienekonzept regelte die Abläufe, bis hin zur Ausrüstung und Geräte für Erste-Hilfe-Maßnahmen. Glücklicherweise kann man in Tiefenbronn auf die Kameraden des DRK Tiefenbronn zurückgreifen, die die Übungen mit Personal und einem Rettungswagen unterstützten.
Eingreifen mussten die Frauen und Männer vom DRK allerdings bei keiner der insgesamt vier Übungsabende.
Zufrieden mit dem reibungslosen Ablauf zeigte sich der Führungsstab der Feuerwehr Tiefenbronn, ebenso wie die Einsatzkräfte selbst. Letztere freuten sich endlich wieder üben zu können sowie über das Wiedersehen von Kameraden, die man durch die Pandemie schon über Monate nicht mehr gesehen hatte.
Die Konzeption dieser Belastungsübung wurde im Übrigen von der Landesfeuerwehrschule Baden-Württemberg, aufbauend auf den Konzeptionen der Feuerwehr Ulm und des Landkreises Calw erstellt und mit – der Unfallkasse Baden-Württemberg, – den Regierungspräsidien, – der Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren, – der Arbeitsgemeinschaft der Kreisbrandmeister sowie – dem Landesfeuerwehrverband BW e.V. abgestimmt.