Einzelhandel trotzte der Corona-Krise im Dezember

bei Georg Kost

Große Unterschiede zwischen den Branchen

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BADEN-WÜRTTEMBERG, 20.02.2021 (pm) – Insgesamt betrachtet widerstand der baden-württembergische Einzelhandel im Dezember 2020 der Corona-Krise trotz erneuter Teilschließung ab dem 16. Dezember 2020, also noch während des laufenden Weihnachtsgeschäfts. Wie das Statistische Landesamt mitteilt, haben die Einzelhandelsunternehmen im Südwesten nach vorläufigen Ergebnissen im Dezember 2020 real, das heißt preisbereinigt, mit einem Minus von 0,1  Prozent kaum weniger umgesetzt als im Vorjahresmonat. Nominal, nicht preisbereinigt, stiegen die Umsätze um 0,9 Prozent. Zum Vergleich: Nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes setzten die Einzelhandelsunternehmen in Deutschland im Dezember 2020 real 1,5 Prozent und nominal 2,6  Prozent mehr um als im Vorjahresmonat.

Die Zahl der tätigen Personen im baden-württembergischen Einzelhandel stieg im Dezember 2020 gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat um 0,7 Prozent  (Vollzeitbeschäftigte: +1,9  Prozent; Teilzeitbeschäftigte: −0,2 Prozent).

Starke Umsätze im Lebensmitteleinzelhandel
Der heimische Einzelhandel mit Lebensmitteln setzte im Berichtsmonat Dezember 2020 real 7,3  Prozent   und nominal 9,7  Prozent   mehr um als im Dezember 2019.
Der Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln im Land verbuchte im Dezember 2020 gegenüber den Ergebnissen des Vorjahresmonats ein Minus von real 4,6 Prozent und nominal von 4,7  Prozent. Die Zahl der tätigen Personen im Lebensmittel-Einzelhandel lag gegenüber dem Wert im Dezember 2019 um 5,0 Prozent  im Plus, im Nicht-Lebensmittel-Einzelhandel dagegen um 2,1 Prozent im Minus.

Corona trifft bestimmte Einzelhandelsbranchen besonders hart
Der Einzelhandel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren blieb auch im Dezember 2020 mit einem Umsatzrückgang von real 35,2 Prozent bzw. nominal 37,1 Prozent weit unter der Messlatte des Vorjahresergebnisses. Nach einer Phase der Erholung hinterließ der erneute Teil-Lockdown darüber hinaus auch im Einzelhandel mit Büchern, Schreibwaren und Bürobedarf deutliche Spuren: Der Umsatz ging hier im Dezember 2020 gegenüber dem Vorjahresmonat real um 13,8 Prozent bzw. nominal um 12,9 Prozent zurück.

Und auch im Einzelhandel mit Möbeln, Hifi und IT (real: −4,3 Prozent; nominal: −3,0  Prozent) und im Einzelhandel mit Einrichtungsgegenständen, Haushaltsgeräten, Baubedarf (real: −3,7 Prozent; nominal: −2,2  Prozent) lagen die Umsätze im Dezember 2020 unter den Ergebnissen aus dem Jahr 2019 und waren damit erstmals seit den Umsatzeinbrüchen im März und April 2020 erneut rückläufig.

Jahresbilanz 2020 stark branchenabhängig
Im gesamten Jahr 2020 setzte der Einzelhandel in Baden-Württemberg damit real 2,0 Prozent   und nominal 3,1 Prozent mehr um als im Vorjahr. Die Zahl der tätigen Personen stieg um 0,8  Prozent. Die in der Gesamtjahresperspektive 2020 größten Umsatzeinbußen verzeichnete mit real 24,5  Prozent   bzw. nominal 24,4  Prozent klar der Einzelhandel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren. Dem gegenüber verbuchte der Einzelhandel mit Lebensmitteln 2020 ein deutliches Umsatzplus von real 5,5 Prozent bzw. nominal 8,4 Prozent.

Das Statistische Landesamt dankt den Einzelhandelsunternehmen für das Übermitteln ihrer Daten, die für Politik und Verwaltung eine wichtige Entscheidungsgrundlage zur Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen der Krise sind.