Einwegverpackungen Einhalt gebieten

bei Georg Kost

Enzkreis fördert Mehrwegsystem für Gastronomen

Das reCIRCLE Produktportfolio. Foto: reCIRCLE

ENZKREIS, 15.06.2021 (enz) – Auch wenn Restaurantbesuche wieder möglich sind, hat Essen „To Go“ vielerorts Einzug in unseren Alltag gehalten. Um der Flut an Einwegverpackungen Einhalt zu gebieten, fördert das Landratsamt Enzkreis die Einführung des Mehrweg-Systems reCIRCLE.

Gaststätten und Restaurants öffnen glücklicherweise wieder ihre Türen und Grillpartys gehören wohl bald nicht mehr nur zu den schönen Erinnerungen an unbeschwerte Zeiten. Doch auch an das Abholen von Speisen und den Griff zum Telefon für die Lieferung nach Hause haben wir uns in den vergangenen Monaten gewöhnt. Im letzten Jahr ist auch deswegen das Hausmüllaufkommen im Enzkreis, das mit den schwarzen Tonnen eingesammelt wird, um 24 Kilo je EinwohnerIn gestiegen. Das entspricht einer Zunahme um etwa 21 Prozent. Einen solchen Anstieg hat es seit Jahren nicht mehr gegeben.

Auch die Gesetzgeber haben bereits auf die steigenden Müllberge und der Zunahme wilder Müllablagerungen reagiert. „Viele Einwegplastikprodukte sind ab dem 3. Juli 2021 in der EU verboten. Dazu gehören etwa Trinkhalme, Rührstäbchen oder Einweg-Geschirr aus konventionellem Plastik und aus „Bioplastik“, aber auch To-Go-Becher und Einweg-Behälter aus Styropor,“ erläutert Alexander Pfeiffer, Leiter des Amts für Abfallwirtschaft beim Enzkreis und stellt heraus: „Restaurants, Bistros und Cafés, die To-Go-Getränke und Take-Away-Essen anbieten, müssen ab 2023 auch Mehrwegverpackungen bereitstellen.“

Ein Gemeinderatsmitglied aus Birkenfeld hatte die aktuellen Entwicklungen zum Anlass genommen, die Einführung des Mehrweg-Systems reCIRCLE in seiner Gemeinde zu initiieren. Fünf Restaurants haben dort den Anfang gemacht und setzen die Behälter seit wenigen Monaten ein. Das Konzept ist simpel: Statt der herkömmlichen Einwegverpackungen wird Takeaway-Essen in eine wiederverwendbare reCIRCLE Box gefüllt. Die Kunden bezahlen zehn Euro Pfand und können dann bei einem der teilnehmenden Partnerlokale entweder das Pfandgeld oder eine frische Box zurückerhalten.

Die teilnehmenden Betriebe zahlen lediglich für die Nutzung der Behälter und müssen keine Anschaffungskosten tätigen. „Je mehr Lokale mitmachen, umso attraktiver ist es für die Gäste und letztlich auch für die Gastronomiebetriebe“, verdeutlicht Edith Marqués Berger, Leiterin der Stabsstelle Klimaschutz und Kreisentwicklung beim Enzkreis und fügt hinzu: „Das Landratsamt möchte für die durch Corona gebeutelte Gastronomie Alternativen anbieten und unterstützt ausgehend von den positiven Rückmeldungen aus Birkenfeld mit 3.500 Euro den Aufbau eines Mehrwegsystems.“ Die ersten 500 Nutzungen je teilnehmendem Betrieb werden gefördert, außerdem stellt reCIRCLE drei Monate lang 50 Boxen pfandfrei zur Verfügung.

Seit Anfang des Jahres konnten mit den Mehrweg-Behältern von reCIRCLE bereits insgesamt 400.000 Verpackungen eingespart werden. Das Unternehmen aus Stuttgart bietet vier unterschiedliche Modelle als Alternative zu Einwegverpackungen an. Diese können hinsichtlich Sicherheit und Hygiene bedenkenlos eingesetzt werden. Zum reCIRCLE-Netzwerk zählen bisher rund 400 Partnerlokale in Deutschland sowie knapp 1.500 Partnerbetriebe in der Schweiz. Damit handelt es sich um das größte derartige Mehrwegnetzwerk im deutschsprachigen Raum.

In einer Online-Veranstaltung in Zusammenarbeit von Enzkreis und der Gemeinde Birkenfeld können unter dem Motto „reCIRCLE meets Enzkreis“ Restaurants das System kennenlernen und Erfahrungsberichte aus Birkenfeld hören. Die Veranstaltung findet am Mittwoch, 23. Juni, von 14:30 bis 15:30 Uhr statt. Den Zugangslink erhalten die Teilnehmenden nach der Anmeldung unter klimaschutz@enzkreis.de .