Dritter zu trockener Sommer in Folge

bei Georg Kost

Erneut bedenklich fallende Wasserstände in Bächen und Flüssen

Wie hier im trocken gefallenen Gräfenhauser Bach ist in diesem Sommer erneut auch das Lückensystem der Gewässersohle kein sicheres Refugium für wirbellose Tiere, Eier und Fischlarven mehr. Foto enz

ENZKREIS, 19.08.2020 (enz) – „Die Niederschlagsereignisse am vergangenen Wochenende konnten die Auswirkungen des trockenen Sommers auf die Wasserführung unserer Flüsse und Bäche nicht nachhaltig ausgleichen“, stellt Axel Frey, der Leiter des Umweltamtes beim Landratsamt Enzkreis besorgt fest. „Die Wasserstände sinken und nähern sich wieder dem kritischen Bereich. Und ein Ende von Hitze und Trockenheit ist weiter nicht in Sicht“, bedauert er.

Besonders mittlere und kleine Fließgewässer und die dort vorkommenden Lebensgemeinschaften sind durch den Wassermangel gefährdet. Aber auch an größeren Gewässern wie der Enz gehen Niedrigwasserphasen nicht spurlos vorbei. „Der sinkende Sauerstoffgehalt im erwärmten Wasser beeinträchtigt den Fischbestand und die Kleinlebewelt“, weiß der Umweltexperte.

Wasserentnahmen aus den Gewässern verschärfen die Mangelsituation zusätzlich. Die Wasserbehörde beim Landratsamt Enzkreis ruft deshalb die Bevölkerung zu einem verantwortungsvollen Umgang mit der Ressource Wasser auf und bittet die Allgemeinheit, Wasserentnahmen aus oberirdischen Gewässern wie Flüssen, Bächen, Gräben, Seen und Teichen zu unterlassen beziehungsweise auf ein absolutes Minimum zu beschränken.

Sollte die Trockenheit weiter anhalten, ziehe das Landratsamt auch eine Einschränkung des Gemeingebrauchs an oberirdischen Gewässern in Betracht. Das könne bis hin zu einem Verbot bestimmter Wasserentnahmen aus Flüssen und Bächen gehen, fürchtet Frey.