DRF Luftrettung veröffentlicht Halbjahresbilanz

Deutliche Einsatzsteigerung

bei Georg Kost

Rettungshubschrauber Christoph 41 hatte bislang insgesamt 544 Einsätze

Christoph 41 Symbolfoto © infopress24.de

BADEN-WÜRTTEMBERG, 19.07.2022 (pm) – Die DRF Luftrettung blickt auf ein einsatzreiches erstes Halbjahr zurück: Insgesamt 19.791-mal wurden die Besatzungen der bundesweit 29 Stationen sowie der zwei Ambulanzflugzeuge von Januar bis Juni 2022 alarmiert. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stellt dies einen Zuwachs von acht Prozent dar. Zudem trieb die gemeinnützige Luftrettungsorganisation in der ersten Jahreshälfte wichtige Entwicklungen und Projekte entscheidend voran. Unter anderem steht der Ausbildungsstart des ersten eigenen Hubschrauber-Pilotenjahrgangs unmittelbar bevor und es fiel der Startschuss für die Mitentwicklung eines Winden-Simulators.
Der in Leonberg stationierte Hubschrauber der DRF Luftrettung leistete im ersten Halbjahr 2022 insgesamt 544 Einsätze, davon 484 in der Notfallrettung und 60 zum Transport kritisch kranker oder verletzter Patienten zwischen Kliniken. In den ersten sechs Monaten 2021 wurde Christoph 41 476-mal alarmiert. Die in Baden-Württemberg stationierten Hubschrauber der DRF Luftrettung wurden von Januar bis Juni zusammen 4.571-mal alarmiert.

Dr. Krystian Pracz, Vorstandsvorsitzender der DRF Luftrettung, zieht Fazit: „Die hohen Einsatzzahlen
unterstreichen erneut die wichtige Rolle, die die Luftrettung für die umfassende notfallmedizinische
Versorgung der Menschen in Deutschland spielt. Auch unserem Anspruch, die Weiterentwicklung der
Luftrettung stetig voran zu treiben, konnten wir in der ersten Jahreshälfte wieder gerecht werden. Ein
wichtiger Meilenstein ist dabei unsere eigene Pilotenausbildung. Die internen Vorbereitung liefen die
letzten Monate auf Hochtouren und gehen nun in den Endspurt. Zudem konnten wir kürzlich zusammen
mit dem Hersteller Reiser Simulation and Training ein bahnbrechendes Kooperationsprojekt starten und
vorstellen: Ein Winden-Simulator, der im Frühjahr 2023 an den Start gehen soll und der völlig neue
Möglichkeiten in der Windenausbildung bieten wird.“

Weitere Meilensteine im Bereich Winde
Über den Startschuss zur Entwicklung des neuen Winden-Simulators hinaus konnten sich die Luftretter
über weitere Meilensteine im Bereich Winde freuen: Die Station Dortmund nahm Mitte Mai den ersten
zivilen Hubschrauber des Landes Nordrhein-Westfalen, der mit einer Rettungswinde ausgestattet ist, in
Dienst. Wenige Tage später erfolgte bereits der erste Einsatz, als ein Arbeiter nach einem Forstunfall
aus unzugänglichem Gelände gerettet werden musste. An der Station in Freiburg wurde kurz zuvor ein
neues luftgestütztes Wasserrettungskonzept mittels Winde vorgestellt. Mit ihm ist die Besatzung
pünktlich zur Sommersaison auch für Einsätze bei Ertrinkungs- oder Badeunfälle in den umliegenden
Gewässern bestens vorbereitet.

Herzerkrankungen als häufigster Alarmierungsgrund
Am häufigsten versorgte die DRF Luftrettung bei Notfalleinsätzen im ersten Halbjahr Patienten mit
Herzerkrankungen (21 Prozent), wie zum Beispiel Herzinfarkt, oder neurologischen Vorfällen (18
Prozent). Es folgen mit jeweils 11 Prozent Unfallopfer durch (Ab-)Stürze und durch Verkehrsunfälle.
Besonders bei Notfalleinsätzen sind die Luftretter oftmals unschlagbar schnell: Innerhalb von 15
Flugminuten erreichen sie Einsatzorte in einem Radius von 60 Kilometern. In der Nacht waren die
Crews der bundesweit elf 24-Stunden-Stationen ebenfalls gefordert: Rund 20 Prozent ihrer Einsätze
führten die Luftretter im ersten Halbjahr während der Nachtstunden durch. Die vier Windenstationen in
Bautzen, Dortmund, Freiburg und Nürnberg (Christoph 27) waren ebenfalls stark gefordert. In den
ersten sechs Monaten 2022 verzeichneten sie 69 Windeneinsätze. Die Ambulanzflugzeuge starteten zu
115 Einsätzen rund um den Globus, die sie in 33 verschiedene Länder führten.

DRF Luftrettung Station Leonberg Foto: DRF Luftrettung Jan Ohmen

Über die DRF Luftrettung
Die DRF Luftrettung mit Sitz in Filderstadt ist eine der größten Luftrettungsorganisationen Europas. An
29 Stationen in Deutschland leistet die gemeinnützige Organisation Einsätze in der Notfallrettung und führt
Verlegungsflüge von kritisch kranken oder verletzten Personen zwischen Kliniken durch. An elf dieser Stationen
sind die Crews rund um die Uhr einsatzbereit, an vier Standorten kommen Hubschrauber mit Rettungswinde zum
Einsatz. Darüber hinaus holt die DRF Luftrettung mit eigenen Ambulanzflugzeugen Patientinnen und Patienten aus
dem Ausland zurück. Insgesamt leistete die DRF Luftrettung 38.076 Einsätze im Jahr 2021.
Zur DRF Luftrettung gehören seit 2001 die österreichische ARA Flugrettung mit zwei Stationen und einem
Winterstandort sowie seit 2019 die NHC Northern Helicopter, die an drei Stationen Einsätze in der Luft- und
Wasserrettung leistet.
Für den kontinuierlichen Ausbau ihrer lebensrettenden Aufgabe ist die gemeinnützige Luftrettungsorganisation auf
finanzielle Unterstützung angewiesen. Rund 400.000 Fördermitglieder weiß der DRF e.V. bereits an seiner Seite.

Informationen unter www.drf-luftrettung.de