Dauerhaft hohe Temperaturen

bei Georg Kost

Stadtverwaltung und Krankenhaus Leonberg rufen gemeinsam zur gegenseitigen Achtsamkeit auf

Einlieferung einer Patientin durch den Rettungsdienst in den neuen Schockraum im Krankenhaus Leonberg. Im Hintergrund warten Dr. Michael Beier und sein Team auf die Patientin.“ Foto: Krankenhaus Leonberg

LEONBERG, 05.08.2022 (pm) –  Die nächste Hitzewelle rollt derzeit über Deutschland hinweg.
Auch in der Region kratzen die Temperaturen dauerhaft an den Rekordwerten. Expertinnen und Experten gehen schon heute davon aus, dass neue Spitzentemperaturen noch in diesem Sommern erreicht werden.
Das hat schwerwiegende Folgen für Mensch und Natur. Oberbürgermeister Martin Georg Cohn ergreift gemeinsam mit dem Krankenhaus Leonberg daher die Initiative und schärft das Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger gegenseitig aufeinander Acht zu geben.
In der Notaufnahme des Leonberger Krankenhauses spürt man die heißen Temperaturen sehr. „Das ohnehin zuletzt deutlich erhöhte Patientenaufkommen steigt durch die Hitze noch einmal zusätzlich merkbar an. Von einem Sommerloch
spüren wir nichts. An manchen Tagen suchen bis zu 115 Patentinnen und Patienten akut medizinische Hilfe“, sagt Dr. Michael Beier, Notfall- und Intensivmediziner und seit April der Chefarzt der Zentralen Notaufnahme am Krankenhaus Leonberg.
Neben dem Hitzschlag verzeichnen die Akutmediziner auch Sonnenstiche und Hitzeerschöpfungen. Und das ist nicht alles: Flüssigkeitsmangel, Mangel an Blutsalzen oder vermehrte körperliche Anstrengung bei hohen Temperaturen können
auch andere, schwerwiegende Erkrankungen wie Herzrhythmusstörungen, Lungenembolien oder Herzinfarkte begünstigen.
Oberbürgermeister Martin Georg Cohn will gemeinsam mit Dr. Michael Beier und Nicolai Stolzenberger, Regionaldirektor des Klinikverbunds Südwest und Verantwortlicher für das Leonberger Krankenhaus, daher für noch mehr Achtsamkeit in der Bevölkerung werben. „Schon heute geben Leonbergerinnen und Leonberger sehr vorbildlich auf ihre Mitmenschen acht. Das finde ich großartig. Trotzdem ist es mir aufgrund der Extremtemperaturen und der alarmierenden Zahlen des Krankenhauses ein Anliegen auf diesem Weg darauf aufmerksam zu machen, dass wir in der Nachbarschaft, im Freundes-, Bekannten-, und Familienkreis künftig noch mehr aufeinander Acht geben“, so Cohn.

Auch Linda Haug, Quartierskoordinatorin in Leonberg, ist der gesellschaftliche Zusammenhalt in diesen Zeiten sehr wichtig. „Hilfreich ist es, vorsichtig zu sein und sich gegenseitig zu unterstützen. Das kann dabei anfangen Sport mit Bekannten auf kühlere Abendstunden zu verschieben oder für die betagten Nachbarn einkaufen zu gehen. Rufen Sie die Großmutter und den Großvater in diesen Tagen lieber einmal mehr an als sonst und gehen Sie bei alleinerziehenden Müttern oder Vätern mit kleinen Kindern oder Nachbarinnen und Nachbarn einfach mal vorbei und bieten Unterstützung an“, so die städtische Quartierskoordinatorin.

Schnelles Handeln ist wichtig
Sollte es trotz aller Vorsicht zu einem unerwarteten Vorfall kommen, sollten Betroffene oder Begleiterinnen und Begleiter nicht zögern: „Wann immer Sie Symptome bemerken, die Ihnen Angst machen akut schwer oder gar lebensbedrohlich erkrankt zu sein, zögern Sie nicht und lassen Sie sich schnell helfen. Wir sind jeden Tag, rund um die Uhr, für Sie da“, appelliert Dr. Michael Beier.
Trotz der hohen Temperaturen sind Bürgerinnen und Bürger der Hitze nicht hilflos ausgeliefert. Jede und Jeder kann etwas dafür tun, um sich zu schützen. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gibt wertvolle Tipps für den Alltag:

1. Wettervorhersage beachten: körperliche Aktivitäten und Erledigungen möglichst dem Tagesverlauf der Temperaturen anpassen, extreme Hitze meiden und sich möglichst in kühlen Räumen aufhalten.

2. Runterkühlen: die Wohnung und sich selbst möglichst kühl halten, Räume früh morgens und abends lüften und Fenster tagsüber abdunkeln.

3. Trinken: ausreichend trinken, am besten Wasser und ungesüßte Tees, und für unterwegs eine wiederauffüllbare Flasche mitnehmen.

4. Kleidung: bevorzugt leichte, nicht einengende Kleidung aus Naturfasern tragen.

5. Sonne meiden: für Sonnenschutz sorgen, wenn es ins Freie geht (Sonnenschutzmittel, Kopfbedeckung und Sonnenbrille).

6. Menschen ab 65 Jahren sind besonders gefährdet. Wer Medikamente einnimmt, sollte diese vom Hausarzt oder der Apotheke auf Hitzeverträglichkeit prüfen lassen. Regelmäßiges Trinken ist extrem wichtig.

7. Die zarte Haut von Babys und Kleinkindern ist äußerst empfindlich, zudem brauchen die Kleinen mehr Zeit, sich an Hitze anzupassen. Bleiben Sie zur heißesten Tageszeit am besten drinnen und trinken ebenfalls viel.