Belastungen am Arbeitsplatz durch die Sommerhitze

Arbeitgeber sind dafür verantwortlich, dass ihre Beschäftigten unter gesundheitsgerechten Bedingungen arbeiten können

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ENZKREIS/BÖBLINGEN/CALW, 08.08.2018 ( pm) – Ein „Hitzefrei“ wie zu Schulzeiten ist Beschäftigten leider nicht vergönnt. Die langanhaltend hohen Temperaturen im Sommer bringen daher, neben der Urlaubszeit und der Möglichkeit viele Aktivitäten im Freien zu gestalten, oftmals erhebliche Belastungen für Arbeitnehmer im Berufsalltag mit sich. Hohe Raum- und Außentemperaturen von über 30 °C können negative Auswirkungen auf den Kreislauf und auf die allgemeine Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit haben und auch zu einem erhöhten Unfallrisiko am Arbeitsplatz führen.

Die Gewerbeaufsicht im Amt für Bauen und Gewerbe des Landkreises Böblingen möchte daher auf folgendes hinweisen: Arbeitgeber sind dafür verantwortlich, dass ihre Beschäftigten unter gesundheitsgerechten Bedingungen arbeiten können. Geregelt ist dies in der Technischen Regel für Arbeitsstätten ASR A3.5 Raumtemperatur. Demnach beträgt die Raumhöchsttemperatur grundsätzlich 26° C. Bei darüber liegenden Außentemperaturen darf in Ausnahmefällen auch die Lufttemperatur im Innenraum höher sein:

Beträgt die Raumtemperatur mehr als 26 °C, sollen neben einem geeigneten Sonnenschutz auch weitere Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten ergriffen werden. Die Überschreitung dieser Temperaturgrenze kann in Einzelfällen bereits zu einer Gesundheitsgefährdung führen. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn schwere

körperliche Arbeit zu verrichten ist, besondere Arbeits- oder Schutzbekleidung getragen wird, die die Wärmeabgabe stark behindert oder im Raum besonders schutzbedürftige Beschäftigte, wie Jugendliche, Ältere, Schwangere oder stillende Mütter tätig sind.

Bei mehr als 30 °C Raumtemperatur ist der Arbeitgeber verpflichtet weitere Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Die Beanspruchung der Mitarbeiter kann beispielsweise durch die Nachtauskühlung der Arbeitsräume, eine kostenlose Getränkeversorgung (am besten mit Trink- und Mineralwasser) oder durch die Schaffung zusätzlicher Pausen und Abkühlmöglichkeiten gemindert werden. Auch eine Lockerung bestehender Bekleidungsregeln am Arbeitsplatz kann, soweit vertretbar, eine geeignete Schutzmaßnahme darstellen. Zu beachten ist, dass die Auswahl der einzelnen Maßnahmen in diesen Fällen der Mitbestimmung der Arbeitnehmervertretung unterliegt.

Bei über 35 °C ist ein Raum als Arbeitsplatz nicht mehr geeignet, sofern nicht Schutzmaßnahmen wie Luftduschen oder Entwärmungsphasen, wie sie bei speziellen Hitzearbeitsplätzen bestehen, ergriffen werden.