Arbeitsquarantäne bei Müller Fleisch wird aufgehoben

bei Georg Kost

Werksverkauf darf wieder öffnen

ENZKREIS/BIRKENFELD, 05.06.2020 (pm) – Nachdem in einer dritten Testreihe nur noch 16 Mitarbeiter von Müller Fleisch positiv auf das Corona-Virus getestet worden sind, hebt das Landratsamt Enzkreis die Arbeitsquarantäne auf: Ab dem kommenden Montag können damit alle bei der Firma Beschäftigten zum „normalen Leben“ zurückkehren. Ebenfalls ab Montag darf auch der Werksverkauf wieder geöffnet werden. Der Einstellungsstopp für neue Mitarbeiter wird hingegen um zwei Wochen verlängert; er gilt allerdings nur für die Produktion, nicht für die Verwaltung des Betriebs.

„Wir haben die Ergebnisse der Tests mit den Expertinnen unseres Gesundheitsamts und den Fachleuten des Veterinäramts vor Ort sehr genau analysiert“, wie Ordnungsdezernent Dr. Daniel Sailer sagt. Demnach gebe es keinen Grund mehr, die Quarantäne für den gesamten Betrieb aufrecht zu erhalten. „Mittlerweile ist der Ausbruch unter Kontrolle und wir können bei den neuen Fällen die Kontakte schnell ermitteln und die der Kategorie 1 isolieren“, bestätigt Dr. Brigitte Joggerst, Leiterin des Gesundheitsamts.

„Die epidemiologische Gesamtentwicklung im Unternehmen stellt sich mittlerweile positiv dar“, hatte Landrat Bastian Rosenau bereits am Dienstag kommentiert. Allerdings zeigten die 16 neuen Fälle, dass das Virus noch nicht komplett verschwunden sei. Deshalb dürfen bis vorläufig 22. Juni keine neuen Mitarbeiter die Arbeit in den Produktionsräumen aufnehmen.

Neue Kräfte müssen in jedem Fall ein negatives Testergebnis vorweisen – so schreiben es der Pandemieplan der Firma und die entsprechende Anordnung des Landratsamts vor. Dies gilt auch für Beschäftigte in der Verwaltung, für die bereits am kommenden Montag der Einstellungsstopp endet. Alle anderen Bestimmungen aus der Anordnung bleiben ebenfalls unverändert in Kraft. Dazu gehören beispielsweise der Mindestabstand von 1,5 Metern, das Tragen eines Mund-Nasenschutzes und eine Zugangskontrolle, die bei allen Personen, die das Betriebsgelände betreten, den Gesundheitszustand prüft.

Wieder öffnen darf der Werksverkauf von Müller Fleisch, worum die Geschäftsleitung gebeten hatte. „Dort müssen selbstverständlich die für alle anderen Metzgereien oder Supermärkte geltenden Regelungen berücksichtigt werden“, betont Daniel Sailer. Dazu gehöre beispielsweise, dass die Kundschaft einen Mundschutz tragen muss, dass die Mitarbeiter an Theke und Kasse durch einen Spritzschutz abgeschirmt sind und dass sich nur eine begrenzte Zahl an Menschen im Verkaufsraum aufhalten darf, damit der Mindestabstand eingehalten werden kann.