Altes Zollamt Pforzheim soll Impfstützpunkt werden

bei Georg Kost

Dezentrale Impfstrategie -Verwaltungsstab erteilt Freigabe

Symbolfoto LRA Enzkreis

PFORZHEIM/ENZKREIS, 03.12.2021 (pm) – Gemeinsam mit dem Enzkreis treibt die Stadt Pforzheim das Impfen in Stadt und Kreis weiter voran. Verfolgt wird dabei eine Strategie mehrerer dezentraler Standorte. Ergänzt wird diese um Mobile Impfteams, die in Schulen, Altenpflegeeinrichtungen sowie Familien- und Quartierszentren die Menschen vor Ort am Besten erreichen können. Ein Konzept dazu haben Stadt und Kreis jeweils beim Sozialministerium Baden-Württemberg eingereicht.

Die Rückmeldungen dazu stehen noch aus, dennoch hat sich der Verwaltungsstab der Stadt Pforzheim ganz aktuell mit dem Thema beschäftigt. Oberbürgermeister Peter Boch stellt klar: „Wir werden einen weiteren Standort in Pforzheim aufbauen. Dazu hat mein Stab heute den Auftrag erteilt, ab sofort das alte Zollamt in der Durlacher Straße zu ertüchtigen.“ Aus Sicht der Stadt Pforzheim spricht vieles für den Standort – wie zum Beispiel eine gute Erreichbarkeit und Parkmöglichkeiten vor Ort; drei Impfteams könnten dort arbeiten und so bis zu 500 Impfungen pro Tag ermöglichen. Bereits mit den heutigen Angeboten in der Stadt wie Aposto, mobilen Impfteams, niedergelassenen Ärzten und Sonderaktionen werden Impfzahlen wie in den Zeiten des Kommunalen Impfzentrums erreicht. Auch Landrat Bastian Rosenau hält das alte Zollamt für eine sehr gute Ergänzung zur gemeinsamen Impfstation im alten Aposto in der Bahnhofstraße. „Einen Impfstützpunkt gibt es bereits im Enzkreis in Mühlacker, zwei weitere in Remchingen und Birkenfeld sind kurz vor dem Start, einer im Heckengäu ist im Aufbau“, so der Landrat.

Oberbürgermeister Peter Boch hat in der heutigen Stabssitzung außerdem den Auftrag erteilt, „alles zu tun, was möglich ist, um bis zur Fertigstellung des alten Zollamts weitere Impfungen auf den Weg zu bringen.“  Ein Hindernis auf diesem Weg sind die derzeit fehlenden Teams. Sobald die Personalteams für das Alte Zollamt bereitstünden, das Gebäude möglicherweise aber noch nicht fertig ist, „werden wir in dieser Übergangszeit trotzdem loslegen, mobil arbeiten und die Impfung zu so vielen Menschen wie möglich bringen.“ Geht es doch nicht nur darum bei den Erst- und Zweitimpfungen aufzuholen, sondern für all diejenigen Auffrischimpfungen anzubieten, die bereits in der ersten Jahreshälfte ihre Zweitimpfung erhalten haben.

Parallel dazu laufen Gespräche mit weiteren Anbietern, die der Stadt Lokalitäten angeboten haben. „Wir schauen uns die Standorte vor Ort an, prüfen diese ernsthaft und bewerten auch die infrastrukturellen Voraussetzungen“, so Erster Bürgermeister Dirk Büscher, auch mit Blick auf das Angebot von „Goldis Stadl“-Gastronom Frank Daudert, wo morgen eine Besichtigung ansteht. Diese oder alternativ eine andere Möglichkeit in unmittelbarer Rathausnähe könnte sich bereits Mitte nächste Woche umsetzen lassen. „Gespräche mit einem niedergelassenen Arzt werden gerade geführt“, so Büscher weiter.

Auch die Betreiber der Teststation am Messplatz bemühen sich darum, beim Land Baden-Württemberg als Betreiber einer Impfstation dauerhaft zugelassen zu werden. „Viele Möglichkeiten tun sich auf“, fasst Rathauschef Boch zusammen. „Gemeinsam mit dem Enzkreis krempeln wir die Ärmel hoch und gehen die Sache an.“ Schon jetzt würden, wenn man alle Angebote zusammenrechnet, 800-900 Impfungen pro Tag allein in Pforzheim geschafft. „Das ist nicht weit entfernt von der Spitzenauslastung des KIZ Pforzheim mit 1.200 bis 1.300 Impfungen pro Tag. Mit einem durchschnittlichen Impftag der letzten Monate können wir da mithalten“, erläutert der Oberbürgermeister. Zumal es auch viele Sonderaktionen gebe, wie zuletzt die Impfaktion in der Hochfeldhalle in Huchenfeld. An weiteren solcher Aktionen werde auch seitens der Pandemiebeauftragten der KVBW gemeinsam mit der Stadt gearbeitet.