16 von mehr als 700 Getesteten positiv

bei Georg Kost

Ergebnis der dritten Testrunde bei Müller Fleisch liegt vor

ENZKREIS/BIRKENFELD,  02.06.2020 (enz) – Zum Ende der Pfingstfeiertage sind beim Gesundheitsamt die Ergebnisse der dritten Testrunde bei der Birkenfelder Firma Müller-Fleisch eingetroffen: „Von mehr als 700 der 750 Beschäftigten, die in den ersten beiden Durchläufen noch negativ auf das neuartige Corona-Virus getestet worden waren, sind nun 16 positiv. Das entspricht nur etwa zwei Prozent“, sagt die Leiterin des Gesundheitsamtes, Dr. Brigitte Joggerst, der eine gewisse Erleichterung anzumerken ist.

Beim zweiten Testlauf Mitte Mai waren es nach ihren Worten noch zehn Prozent. Außerdem seien von den in den drei Testläufen insgesamt 415 positiv Getesteten inzwischen 392 bereits wieder genesen.
„Die epidemiologische Gesamtentwicklung im Unternehmen stellt sich mittlerweile also sehr positiv dar. Wir sehen damit unsere bisherige Gesamtstrategie in Sachen Infektionsschutz, die wir gemeinsam mit einem Kompetenzteam des Landesgesundheitsamtes entwickelt haben, bestätigt“, zeigt sich Landrat Bastian Rosenau zufrieden. „Dank eines ganzen Maßnahmenbündels haben wir das Ziel erreicht, das Virus im geschlossenen System Müller Fleisch zu halten und damit die Mitarbeiter, aber natürlich auch die Bevölkerung zu schützen.“ Das zeigten auch die Zahlen der Neuinfizierten in Pforzheim und im Enzkreis: Diese bewegten sich seit geraumer Zeit auf einem erfreulich niedrigen einstelligen Niveau.

Auch der Ordnungsdezernent des Enzkreises, Dr. Daniel Sailer, hat den Eindruck, dass die im so genannten Pandemieplan 2.0 festgelegten Maßnahmen und die zusätzlichen Auflagen für die Betriebsführung, die der Enzkreis verfügt hatte, greifen: „Wir hatten beispielsweise verbindlich angeordnet, dass im Betrieb ausnahmslos ein Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten ist, dass auf dem Firmengelände für die Beschäftigten permanent das Tragen eines normgerechten Mund-Nasenschutzes Pflicht ist.“ Für jede Schicht muss Müller Fleisch den Beschäftigten einen solchen Schutz zur Verfügung stellen und kontrollieren, dass er auch getragen wird. Am Eingang wird bei allen Personen, die das Betriebsgelände betreten, der Gesundheitszustand überprüft.

„Trotz der insgesamt positiven Entwicklung sehe ich das Unternehmen aber nach wie vor in der Pflicht, auch die grundlegenden Veränderungen im System, zu denen ich die Geschäftsführung vor einigen Wochen aufgefordert habe, mit aller Konsequenz weiterzuverfolgen. Wir brauchen eine langfristige und nachhaltige Lösung“, wie Landrat Bastian Rosenau betont. Die Anordnung, die den gesamten Betrieb unter Quarantäne stellt, gelte vorerst bis zum 8. Juni. Wie sich das Ergebnis der dritten Testreihe auf diese Verfügung und die weiteren Einschränkungen der Geschäftstätigkeit von Müller-Fleisch auswirkt, werde das Landratsamt in den nächsten Tagen prüfen.

13 der 16 Personen, die bei Müller-Fleisch nun neu positiv getestet wurden und sich für zwei Wochen in Quarantäne begeben müssen, wurden laut Joggerst in die Jugendherberge Rabeneck in Dillweißenstein verlegt. Diese Einrichtung hatte die Firma Müller-Fleisch, die die dritte Testung komplett in Eigenregie durchgeführt hatte, dem Gesundheitsamt als Quarantäne-Station benannt, die Firma wird die Unterbringung dort auch finanzieren. Bei den weiteren drei Personen, die nun positiv getestet worden sind, lässt die Wohnsituation eine häusliche Isolation zu.