Waldgebiete die nächsten Tage meiden

Sturmschäden nach Durchzug des Tiefs Burglind

Symbolfoto infopress24.de

ENZKREIS, 05.01.2018 (pm) – Tief „Burglind“, das am Mittwoch mit weit über 100 Stundenkilometern über Deutschland hinwegfegte, hat laut Forstamtsleiter Frieder Kurtz in Waldgebieten im Enzkreis keine dramatischen Sturmschäden hinterlassen. Die öffentlichen Verkehrswege seien Großteils frei, einzelne Waldwege allerdings bis auf Weiteres wegen umgestürzter Bäume noch nicht passierbar. „Dennoch ist Vorsicht geboten“, warnt der Experte. „Da wir wohl die beiden nächsten Tage benötigen werden, um alle Schäden aufzunehmen und uns im Moment noch nicht alle Gefahrenstellen bekannt sind, bitten wir die Bevölkerung dringend, Waldgebiete erst einmal zu meiden.“

Mittwochmorgen ab 8:30 Uhr wurden laut Heinrich Elwert, Leiter der Straßenmeisterei des Enzkreises, mit drei eigens zusammengestellten Einsatzteams – ausgerüstet mit einem Unimog mit Frontkehrbesen, einem Traktor mit Kehrbesen sowie einem zusätzlichen LKW mit Ladekran -schwerpunktmäßig die Waldstrecken kontrolliert. Zudem mussten seine Leute ab dem frühen Morgen im gesamten Kreisgebiet buchstäblich vom Winde verwehte Äste und lose Gegenstände in mühevoller Handarbeit von den Straßen entfernen.

„Die Meldungen trafen im Viertelstundentakt bei uns ein“, berichtet Elwert. „Die Polizeidienststellen, Gemeinden und einzelne Fahrzeugführer meldeten umgestürzte Bäume oder lose Baumteile, die die Fahrbahnen – wenn manchmal auch nur halbseitig – blockierten.“ Im westlichen Enzkreis (aus dem östlichen Enzkreis gingen bei der Straßenmeisterei im Laufe des Tages keine Meldungen ein) waren vor allem die L565 in der Kurve vor Schwann betroffen, wo die Straßenmeisterei einen quer liegenden Baum beseitigen musste. Eine ähnliche Situation herrschte an der Klemmerkurve (K4576) bei Birkenfeld-Oberhausen, an der K4576 Gräfenhausen – Ellmendingen, an der L340 beim Dreimarkstein an der Grenze zum Landkreis Calw und an der K4552 bei Straubenhardt, wo ein Baum seitlich an die Fahrbahn gestürzt war und ein zweiter umzustürzen drohte. Die Gefahrenstelle wurde ebenfalls von der Straßenmeisterei zusammen mit Mitarbeitern des Forstamtes entschärft.

„Die genannten Gefahrenstellen hatten wir um etwa 12:30 Uhr unter Kontrolle. Ab diesem Zeitpunkt konnte der Verkehr wieder ohne Behinderung rollen“, so Elwert. Am frühen Nachmittag habe dann eine gefährliche Situation an der B294 am Ortsausgang von Birkenfeld in Richtung Pforzheim das Personal der Straßenmeisterei, aber auch der Polizei und der Feuerwehr Birkenfeld gefordert: Elwert: „Dort hing ein Baum in ein Privatgrundstück, es herrschte Gefahr im Verzug. Der Baum drohte auf die Fahrbahn zu stürzen, weil sich der Wurzelstock aus der Erde gelöst hatte. Außerdem war eine große Eiche auf einem Kirschbaum zum Liegen gekommen.“ Zur Beseitigung der Gefahrenlage habe die B294 kurzfristig voll gesperrt werden müssen. Dort seien nun in den nächsten drei Tagen noch Restarbeiten wie eine Fahrbahnreinigung sowie das Entfernen der Baumreste aus dem Bankett und aus den Entwässerungs-Gräben erforderlich.

Die Fachleute sind sich jedenfalls einig, dass der Enzkreis alles in allem glimpflich davongekommen ist. Die Sachschäden seien überschaubar; durch umstürzende Bäume seien hauptsächlich Schutzplanken beschädigt worden. Und für Elwert hat Sturmtief „Burglind“ auch eines gezeigt: Dass die hin und wieder kritisch hinterfragten umfangreichen Gehölzarbeiten der Straßenmeisterei an Straßenböschungen und straßennahen Bereichen, bei denen anfällige, kranke oder geschädigte Bäume entfernt werden, durchaus ihre Berechtigung haben.