Straßen nach Sturmtief gesperrt

Feuerwehren im Kreis Calw, Böblingen, Enzkreis und Pforzheim stark gefordert

Feuerwehrkräfte von Bad Teinach-Zavelstein reinigen die L347. Foto Kreisfeuerwehrverband Calw | Udo Zink

CALW, ENZKREIS, BÖBLINGEN, 03.01.2018 (ots) – Das Sturmtief „Burglind“ hat am Mittwoch flächendeckend im Kreis Calw für Behinderungen und Sperrungen im Straßenverkehr gesorgt. In Bad Herrenalb-Bernbach führ eine Verkehrsteilnehmerin auf einen umgestürzten Baum und verletzte sich leicht. Feuerwehren waren am Vormittag im Dauereinsatz. Begonnen hat das Einsatzaufkommen um 7.45 Uhr im Bereich Schömberg und Bad Liebenzell und erstreckte sich zunehmend flächendeckend über den gesamten Kreis Calw, teilte die integrierte Leitstelle (ILS) in Calw mit. Einsatzschwerpunkte waren die Bereiche Neuweiler, Altensteig, Bad Herrenalb, Bad Wildbad, Nagold und Bad Teinach-Zavelstein, ferner Bad Liebenzell, Schömberg und Teile von Neubulach.

Fahrzeuge wurden durch umgestürzte Bäume eingeschlossen und mussten von den Feuerwehren „freigesägt“ werden, so dass sie ihre Fahrt fortsetzten konnten. In Bad Herrenalb-Bernbach fuhr eine Frau auf einen umgestürzten Baum auf und verletzte sich leicht, sie wurde in eine Klinik gebracht. Weitere Personenschäden sind nicht zu beklagen. Mit zunehmender Intensität des Sturmes wurden aus Gründen des Eigenschutzes nur noch die Feuerwehren alarmiert wo Personen eingeschlossen waren, teilte Kreisbrandmeister Hans-Georg Heide mit.

Baum über Fahrbahn. Foto Kreisfeuerwehrverband Calw | Udo Zink

Ferner wurden mehrere Dächer leicht beschädigt, größere Einsätze der Feuerwehren waren diesbezüglich nicht erforderlich. Einige durch Waldstücke führende Gemeindeverbindungsstraßen sind nach Windbruch weiterhin gesperrt. Die B 463 ist zwischen Unterreichenbach und PF-Dillweißenstein gesperrt., ferner die K 4357 (Altensteig-Garrweiler) und die K 4300 (zwischen Siebentannen und Gechingen).
Seitens der ILS wird weiterhin nur zu Einsätzen mit Gefahrenlagen für Personen alarmiert.

Bis 12.50 Uhr registrierte die Leitstelle Calw 110 Feuerwehreinsätze. Insgesamt ist das Einsatzaufkommen durch das Sturmtief rückläufig. Die Gefahrensituation durch Hochwasser bleibt aufgrund der steigenden Pegel weiterhin kritisch. Die Pegel werden von den zuständigen Stellen genau beobachtet.

Etwa 70 Notrufe aus dem Landkreis Böblingen erreichten das Führungs- und Lagezentrum des Polizeipräsidiums Ludwigsburg während „Burglind“ im Laufe des Mittwochvormittags über das Land hinweg fegte. Größtenteils knickte der Sturm Bäume ab, die anschließend Straßen blockierten, wehte Bauzäune um oder blies Abfallcontainer auf die Fahrbahn. Teilweise mussten Straßen kurzzeitig gesperrt werden. Entlang der Landesstraße 1177 zwischen Weissach und Ditzingen-Heimerdingen stürzten gleich mehrere Bäume und ein Telefonmast auf die Straße. In Ehningen wurde ein BMW durch herabstürzende Äste beschädigt (Sachschaden etwa 1.500 Euro). Auf einem Firmenparkplatz in Böblingen fiel ein Baum auf eine Stromleitung und verfing sich. Zur Absicherung der Einsatzkräfte der Feuerwehr musste der Strom kurzzeitig abgeschaltet werden. Da die Leitungen jedoch intakt blieben, konnte der Strom anschließend wieder fließen. Die Freiwilligen Feuerwehren des Landkreises befanden sich ohne Unterlass im Einsatz und kümmerten sich um die Beseitigung der Störungen. Nach bisherigen Erkenntnissen kamen keine Personen zu Schaden.

Rund 200 sturmbezogene Einsätze hatte das Führungs- und Lagezentrum des Polizeipräsidiums Karlsruhe am Mittwoch im Zeitraum von 05.40 Uhr bis 15.00 Uhr zu verzeichnen. Insbesondere zwischen 07.30 Uhr bis gegen 10 Uhr häuften sich die Einsatzgeschehen. Glücklicherweise wurde trotz der Vielzahl an Ereignissen wohl niemand schwerer verletzt.
Meist sorgten umgestürzte Bäume oder abgebrochene Äste – vorwiegend an den durch Waldgebiete führendenden Strecken- in der gesamten Region zwischen dem nördlichen Landkreis Karlsruhe bis zum südlichen Landkreis Calw für blockierte Fahrbahnen. Davon betroffen waren neben dem üblichen Fahrzeugverkehr auch Linienbusse und Bahnen, deren Routen teils für längere Zeit unterbrochen waren.

Aber auch zahlreiche Baustellenbeschilderungen, Bauzäune sowie Mülltonnen, in mehreren Fällen auch mobile Toilettenhäuschen wurden umgeweht und sorgten teils für Behinderungen im Berufsverkehr. Zudem stürzten in einigen Fällen Ziegel von Dächern und trafen teils Fahrzeuge. Darüber hinaus mussten durch die Feuerwehren und technischen Dienste eine Vielzahl von Gefahrenstellen beseitigt werden, die unter anderem von der Polizei abzusichern waren.