Pioniere der Weltraumfahrt in Weil der Stadt

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Weltraum-Pionire in Weil der Stadt: Kosmonaut Alexej Leonow (links) Kosmonauten-Kollegen Anatoli Solovjov (dritter v.links). Foto infopress24.de

Weil der Stadt, 17.09.2015 (rsr) – 50 Jahre ist es mittlerweile her, als der russische Kosmonaut Alexej Leonow als erster Mensch im Weltraum spazieren ging. Dieser Tage stattete der Weltraum-Pionier, zusammen mit seinem Kosmonauten-Kollegen Anatoli Solovjov, der während seiner fünf Weltraumflüge insgesamt 652 Tage im All war und mit 16 Weltraumspaziergängen mit über 82 Stunden den derzeitigen Rekord hält, der Geburtsstadt von Astronom Johannes Kepler einen Besuch ab.
Wahrlich ein nicht alltäglicher Besuch, der auf die Initiative der Sponsoren und Organisatoren Tassilo Römisch (Space Service International) und Florian Noller (Spaceflori), zurückzuführen ist, welche die Veranstaltung gemeinsam mit der Stadt Weil der Stadt sowie der Kepler-Gesellschaft um den ehemaligen Vorsitzenden Prof. Manfred Fischer auf den Weg brachten.

Die beiden Kosmonauten, die in Begleitung ihrer Frauen in die Keplerstadt gekommen waren, bekundeten in ihren Reden das es für sie eine „große Ehre“ sei, Gäste in der Stadt zu sein, in der vor rund 450 Jahren ein für die Raumfahrt wichtiger Mann wie Johannes Kepler geboren wurde.
Die geladenen Gäste im Klösterle, unter ihnen auch der deutsche Raumfahrer Prof. Dr. Ernst Messerschmid. Waren von den Ausführungen der beiden Kosmonauten begeistert und ließen sich in den Bann der Erinnerungen von Alexej Leonovs und Anatoli Solovjov ziehen.

Im März 1965 ist es Alexej Leonovs, der als erster Mensch überhaupt für zwölf Minuten ein Raumschiff verlässt und an einer fünf Meter langen Sicherheitsleine im Weltraum schwebt. In diesem Moment habe, er so Leonovs, zum bisher einzigen Mal in seinem Leben den eigenen Herzschlag gehört, so still sei es da oben, meinte der heute 81-jährige Kosmonaut.

Kosmonauten IMG_0242 Kosmonaut IMG_0258Dass dieser Weltraumspaziergang fast tödlich endet findet selbstverständlich ebenfalls Erwähnung. Leonow hat diese Bilder offenbar noch genau vor Augen, was in 498000 Kilometer von der Erde entfernt geschah. Legendär sind die Purzelbäume die er damals schlug. Lange geheim gehalten wurde jedoch sein Überlebenskampf, als sich sein Raumanzug unerwartet aufblähte und es dadurch nicht mehr möglich war über einen Kanal ins Raumschiff zurückzukehren. Hier habe er Vorschriften gebrochen und in letzter Sekunde über ein Ventil Luft aus dem Anzug abgelassen, wohl wissend, dass der Druckabfall sein Ende hätte bedeuten können. Alexej Leonow, der sich heute der Malerei widmet war 1975 auch Kommandant des Raumschiffes Sojus, das damals im All an die US-Apollo andockte; drei Amerikaner und zwei Russen schüttelten sich auf der Umlaufbahn die Hände.

Und auch die Erinnerungen von Anatoli Solovjov (68) aus Riga elektrisierte die Besucher. Der gelernte Schlosser nahm 1976 erstmals am Kosmonauten-Traing teil und absolvierte 1988 seinen ersten Sojus-Flug um die Erde. Nicht nur seine 16 Außenbordeinsätzen mit einer Gesamtzeit von rund 80 Stunden, die er frei schwebend im Weltraum verbrachte sind unangefochten. Länger als er waren nur fünf andere russische Kosmonauten im Weltraum unterwegs. Einmalig sind auch die Bilder, als er im Weltraum gegen sich selbst Ping-Pong spielte. >Fotogalerie<