Beim Hau-Hu geht am Sonntag die Post ab

Narren – Vielfalt - liebevoll und phantasievoll gestalteter Umzug

Hau-Hu Umzugspräsidentin Iris Casper. Foto: infopress24.de

Hau-Hu Umzugspräsidentin Iris Casper. Foto: infopress24.de

Neuhausen, 04.02.2016 (rsr)  –  Der Faschingssonntag ist ohne Zweifel der Höhepunkt der Faschingskampagne beim HAU-HU in Neuhausen. Traditionell ist der Umzug seit Jahren ein Publikumsmagnet. Am kommenden Sonntag ist es wieder soweit, wenn sich ab 13.30 Uhr zahlreiche, bunt geschmückte Wagen, Guggenmusiken, Hässträger und sonstige Gruppen beim Umzug der Narren durch die Straßen der Biet-Gemeinde schlängeln. Über Monate hinweg hat Umzugspräsidenten Iris Casper die Neuhausener Straßenfastnacht vorbereitet. Erstmals zeichnete sie sich hierfür allein verantwortlich, nachdem sie im vergangen Jahr die Nachfolge ihres langjährigen Vorgängers Ede Vossbein antrat.
Da drängen sich selbstredend die unterschiedlichsten Fragen zu Aufgaben als Umzugspräsidentin und zum Faschingsumzug selbst auf. Im Interview mit infopress24.de beschreibt Iris Casper ihre Vereinsarbeit beim HAU-HU.

 

Frau Casper, am Sonntag startet ihr erster großer Umzug für den HAU-HU. Sind Sie aufgeregt?
Iris Casper:  Ich werde ganz sicher aufgeregt sein. Wenn man monatelang auf ein Ereignis hinarbeitet, hofft man natürlich, dass alles perfekt abläuft und so wird, wie man es sich vorstellt und wünscht. Ich werde Sonntagmorgen wohl eher Baldrian Tee als Café brauchen.

Wie viele Gruppen und Wagen bekommen die Zuschauer am Sonntag denn zu sehen?
Iris Casper:  Insgesamt 85 Gruppen, davon 72 Laufgruppen in allen Facetten, die uns die Vielfalt der Narren bietet und 13 Wagen, liebevoll und phantasievoll gestaltet.

Sind Sie mit der Beteiligung zufrieden?
Iris Casper: Ja, im Rahmen der kurzen Kampagne ist das die maximale Ausschöpfung.

Auf welche Highlights dürfen sich die Besucher beim HAU-HU Umzug freuen?
Iris Casper: Wir haben sicherlich keine „Special guests“ unter unseren Gästen, ich sehe jede Gruppe als Highlight. Und das 85-mal… unsere Hästräger kommen aus allen Richtungen unseres Landes angereist und jeder trägt zu einem faszinierenden Mix aus Narren bei. Und dann haben wir noch unsere eigenen Gruppen, die mit unglaublich viel Begeisterung und Motivation mit dazu beitragen werden, dass wir Fasching wie vom anderen Stern bekommen werden, einfach galaktisch gut. Mein persönliches Highlight ist sicherlich die Tatsache, dass ich mit unserer Präsidentin zusammen den Zug anführen werde und das erfüllt mich mit sehr viel Stolz.

Gibt es sonstige Neuerungen um die Straßenfastnacht beim HAU-HU, etwa bei der Marktplatzbesetzung oder beim großen Umzug am Sonntag?
Iris Casper: Wir werden dieses Jahr das erste Mal einen Zunftmeisterempfang machen. Das war eine sehr spontane Entscheidung und wir wollen damit einfach die Gruppen und Zünfte, die zu uns kommen im Rahmen dieses Empfangs unsere Wertschätzung entgegenbringen und sie bei uns in Neuhausen willkommen heißen. Für mich ist das natürlich auch eine gute Möglichkeit, mich vorzustellen, damit die Narren auch ein Bild von mir bekommen und mich kennenlernen.
Ansonsten haben wir dieses Jahr auch das Schwalbennest als Station, an der das DRK die Möglichkeit hat die Erstversorgung vorzunehmen. Zudem wird dort ein Infotisch sein, an dem die Hästräger schnelle Info und Hilfe bekommen. Die Polizei wird dort ebenso stationiert sein, so dass alle Hilfs- und Sicherheitsbehörden unter einem Dach sein werden.

Beim Blick ins Programm zum HAU-HU Umzug ist auffallend, dass rund 40 Häsgruppen am Sonntag mit dabei sein werden. Dagegen scheint die Anzahl von Motivwagen die den Faschingsumzug beim HAU-HU auch bekannt gemacht haben, rückläufig. Wird der Umzug mittelfristig ein neues Gesicht erhalten?
Iris Casper: Ich weiß, der Umzug in Neuhausen ist aus der Historie raus ein Umzug, der auch durch die Vielfalt der Wagenbauer geprägt wurde. Der finanzielle und zeitliche Aufwand ist mittlerweile immens hoch und ich denke, dass viele Wagenbauer durch diese Faktoren, immer mehr in Erwägung ziehen, den Aufwand überhaupt auf sich zu nehmen. Was sicherlich auch mit dazu beiträgt, dass wir viele Laufgruppen haben, ist dass unsere Gruppen auch viel in der alemannischen Fasnet unterwegs sind, Kontakte knüpfen und damit auch Laufgruppen als Umzugsteilnehmer zu uns einladen und diese dann auch zu uns kommen. Was mich persönlich sehr freut, da ich eine bunte Schar von vielen verschiedenen Hästrägern faszinierend finde und ich ein ausgesprochener Fan der alemannischen Fasnet bin. Aber ich denke es macht die Mischung aus und die ist auch dieses Jahr bei uns gegeben. Unser Umzug wird bunt und lebendig werden.

Bekanntlich wird für den Umzug Eintritt verlangt. Dabei kommt es immer wieder vor, dass sich Besucher darüber beschweren. Anderseits verbergen sich hinter einen solchen Veranstaltung auch nicht zu unterschätzende Kosten. Allein von den Eintrittsgeldern lässt sich eine solche Veranstaltung jedoch nicht finanzieren, gibt es weitere Einnahmequellen und welche Summen kostet das HAU-HU Straßenspektakel, angefangen von Musikgruppen Deko, unterschiedliche Gebühren, Toilettenhäusern bis hin zu Sicherheitspersonal von Polizei, Feuerwehr, Rot Kreuz und Security, überhaupt?
Iris Casper: Wir haben Kosten im fast fünfstelligen Bereich, nur um den Umzug zu finanzieren. Diese beinhalten die Kosten für Mieten, Security, Kehrmaschine, Gebühren, Gestattungen, Musikgruppen, Versicherungen, Umzugsflyer, Ordnungsdienste etc. Die Finanzierung des Umzugs geschieht mit über unsere Sponsoren und auch über unsere anderen Veranstaltungen, die diesen mit tragen. Aber ohne die viele ehrenamtliche Arbeit durch unsere Vereinsmitglieder wäre die Realisierung unseres Umzugs definitiv nicht möglich. Sie sind ganz klar unserer Stützen und unser kostbarstes Gut.

Im vergangenen Jahr hat Edgar Vossbein, der viele Jahre die Aufstellung und Durchführung des Umzuges organisiert hatte, sein Amt niedergelegt. Wie groß war das Loch, das er hinterlassen hat?
Iris Casper: Erst mal gilt ihm auch meinerseits, aller Respekt für die langjährige Arbeit für den Verein. Sicherlich wird bei dem einen oder anderen Weggefährten ein Loch entstanden sein. Durch die gemeinsame Durchführung des letzten Umzugs mit Edgar Vossbein zusammen,  konnte ich für meine Person, gut vorbereitet in die neue Kampagne gehen und den Weg bis zum Umzug am Faschingssonntag beherzt entlangschreiten.

Sie sind jetzt seit einigen Jahren als Hästrägerin bei den Monbachtrolls aktiv. Hatten Sie jemals gedacht, dass zum „Oberspaßvogel“  beim HAU-HU werden?
Iris Casper: Nein (helles Lachen) das hätte ich nie gedacht. Aber das Leben ist bestimmt durch Veränderungen, sie inspirieren uns und geben uns die Möglichkeit unser Leben zu bereichern. Und den Troll gibt es ja weiterhin, er wird immer zu mir gehören.

Am Aschermittwoch ist Kehraus. Werden Sie froh sein, dass der Spaß dann erstmal vorbei ist, oder gibt es schon Pläne für die Kampagne 2016/17?
Iris Casper: Für mich fängt am Aschermittwoch schon wieder die Planung der neuen Kampagne an, die Einladungen an die Gruppen werden relativ schnell wieder raus gehen. Im Vordergrund stehen die Recherche im Internet und die Verwertung der neuen Kontakte, die ich im Verlauf der Kampagne gesammelt habe. Je nachdem wie der Umzug sich gestaltet, werde ich mir Gedanken zu Verbesserungen oder Veränderungen machen. Ja, Fasching, ist bei mir eigentlich durch mein Amt, das ganze Jahr hindurch.

> Umzugsaufstellung und Umzugstrecke <