Feuerwehr Pforzheim zieht Halbjahresbilanz

Einsätze bislang um fünf Prozent gestiegen

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Pforzheim, 04.08.2017 (pm) – Die Feuerwehr Pforzheim wurde im ersten Halbjahr 2017 1.104 mal (1.057 mal im Vorjahr) alarmiert. Dies stellt eine Steigerung um rund fünf Prozent dar. Insgesamt gab es 358 (343) Fehlalarme. 162 (118) Fehleinsätze entstanden durch automatische Brandmeldeanlagen. 1 mal (7 mal) musste eine gesetzwidrige Alarmierung (Missbrauch von Notruf) verfolgt werden. 10 mal (6 mal) war ein Feuer bereits gelöscht. 185 mal (212 mal) stellte sich heraus, dass ein Feuerwehreinsatz nicht notwendig war. Die Anzahl der Einsätze durch die seit Januar 2015 geltende Pflicht zum Einbau von Rauchwarnmeldern blieb konstant hoch.

Zahlreiche Einsätze bei denen weitergehende Tätigkeiten der Feuerwehr nicht notwendig waren, hatten ihre Ursache in angebranntem Essen wodurch ein Rauchwarnmelder ausgelöst wurde und wiederum besorgte Nachbarn die Feuerwehr alarmiert haben.

Auf tatsächliche Brände entfielen 98 (68) Vorgänge: neben 87 (66) Kleinbränden mussten 7 (2) Mittelbrände sowie 4 (0) Großbrände bekämpft werden.
Mitten in der Pforzheimer Fußgängerzone kam es am 4. Januar zum Brand in einem Döner-Imbiss. Das fünfstöckige Gebäude sowie zwei angrenzende Gebäude wurden vorsorglich evakuiert.

Des Weiteren mussten am 16. Januar ein Brand einer Absauganlage in einem Produktionsbetrieb auf der Wilferdinger Höhe, am 29. Januar ein Brand eines Gartenhauses sowie am 30. Januar ein Brand in einer ehemaligen Lackiererei bekämpft werden. Hier waren vom Brand unter anderem die Lüftungsanlage und Dämmstoffe betroffen; umfangreiche Nachlöscharbeiten waren erforderlich, da sich versteckte Glutnester auch hinter einer Schallisolierung befanden.

Aufgrund eines Reifenplatzers an einem Lkw kam es am 23. März auf der Autobahn zu einem Verkehrsunfall mit drei Fahrzeugen, in dessen Folge es auch zu einem Brand kam. Hier wurde ein Pkw zwischen Lkw und Betongleitwand eingeklemmt. Drei Personen wurden verletzt.

Am selben Abend konnte mit einem Großaufgebot an Feuerwehrkräften ein Dachstuhlbrand im Mäurach rasch gelöscht werden. Ein Brand in einer Sauna hatte dort auf das Dach übergegriffen. Auch hier waren anschließend umfangreiche Nachlöscharbeiten sowie eine Brandwache erforderlich.

Die Feuerwehr Pforzheim unterstützte außerdem im  Rahmen der Überlandhilfe bei Großbränden die dortigen Feuerwehren. Am 26. März brannte in Straubenhardt ein Strohlager mit mehreren Großballen und am 14. Juni kam es zum Brand in einer Reithalle in Königsbach-Stein.

Insgesamt wurden bei den Bränden im ersten Halbjahr 7 Personen verletzt.
Im Hilfeleistungsbereich wurden 648 (646) Einsätze registriert bei denen die Feuerwehr tätig werden musste.

Die häufigsten Tätigkeiten lassen sich wie folgt zusammenfassen:
114 (85) Türöffnungen wegen akuter Gefahr oder auf Anforderung der Polizei, 80 mal (80 mal) Beseitigung einer Ölspur, 76 (82) Verkehrsunfälle mit Straßenfahrzeugen, 40 mal (56 mal) lief Kraftstoff aus Fahrzeugen aus, 31 mal (17 mal) wurden Eingangstüren oder Fenster verschlossen,  28 mal (23 mal) musste ausgelaufenes Wasser in Gebäuden aufgenommen werden und  14 mal (9 mal) wurden Personen aus einem Aufzug befreit.

Saisonbedingt fielen 55 (57) Einsätze im Zusammenhang mit Tieren an (insbesondere Rettung von Schwänen und Jungenten).
Das Sturmtief „Egon“ führte am 13. Januar zu mehreren Unwettereinsätzen. Die Beseitigung der Sturmschäden hatte die Feuerwehr hier einige Stunden beschäftigt.

Hervorzuheben ist hierbei ein Einsatz auf der Bahnstrecke zwischen Pforzheim und Dillweißenstein. Ein umgestürzter Baum lag dort quer auf den Bahngleisen. Der Zugführer konnte nicht mehr rechtzeitig stoppen und die Lok durchbrach den Baum. Dabei wurde der Dieseltank der Lok aufgerissen und rund 150 Liter Diesel liefen aus. Die Fahrgäste blieben unverletzt und wurden zum Bahnhof Dillweißenstein transportiert.

Bei einem Verkehrsunfall am 2. Februar auf der Autobahn konnte die eingeklemmte Fahrerin aus ihrem Fahrzeug befreit werden. Sie zog sich schwere Verletzungen zu. Das Fahrzeug kam von der Fahrbahn ab und geriet unter die Leitplanke. Da diese zuerst aufwändig entfernt werden musste, gestaltete sich die Rettung somit äußerst schwierig.

Am 8. Februar kam es in Teilen Würms zu einer Störung in der Trinkwasserversorgung. Zur Versorgung der betroffenen Haushalte wurde von der Feuerwehr eine Wasserausgabestelle eingerichtet.

Die Unterbrechung der Trinkwasserversorgung erforderte auch eine umfassende Information der Bevölkerung. Die Feuerwehr Pforzheim setzte neben Lautsprecherfahrzeugen und Handzetteln erstmalig die bundesweit verfügbare WarnApp „NINA“ ein. Ergänzt wurde die Kommunikationsstrategie durch Nachrichten auf den Homepages von  Stadtverwaltung, Stadtwerken und Feuerwehr sowie auf Facebook.

Einen größeren Einsatz der Rettungskräfte löste am 7. März eine in unmittelbarer Nähe zur Pforzheimer Staatsanwaltschaft abgelegte Sporttasche aus. Die Spezialisten der Polizei konnten jedoch rasch Entwarnung geben: Beim Inhalt der Tasche handelte es sich ausschließlich um Unrat.

Zu einem dramatischen Vorfall kam es am 16. Mai in einer Kindertagesstätte am Schlossberg. Nachdem dort ein Mann mehrfach auf eine Erzieherin mit einem Messer eingestochen hatte, wurde der Notfallnachsorgedienst  zur Betreuung der Kleinkinder und Mitarbeiter der Kita eingesetzt, psychologisch geschulte Mitarbeiter der Berufsfeuerwehr kümmerten sich um die Einsatzkräfte. Die Frau erlag kurze Zeit später im Krankenhaus ihren Verletzungen.

Am 1. April wurde die Feuerwehr in eine Shisha-Bar gerufen: dort wurde eine stark erhöhte Kohlenmonoxid-Konzentration festgestellt. Sechs Personen wurden verletzt.

Wolkenbruchartiger Starkregen führte am 3. Juni zu mehreren Unwetter-Einsätzen: Innerhalb kurzer Zeit liefen in mehreren Gebäuden in der Innenstadt Keller und Geschäftsräume voll Wasser, die westliche Bahnhofsunterführung war überflutet und musste von der Feuerwehr leergepumpt werden. Teilweise standen Straßen unter Wasser, da die Schachteinläufe die großen Wassermengen nicht mehr aufnehmen konnten.

Glück im Unglück hatte der Fahrer eines Kleintransporters, der am 30. Januar in Knittlingen von der Fahrbahn abgekommen war und erst 15 Meter später auf einem zugefrorenen See zu Stehen kam. Die Eisdecke war dick genug, so dass das Fahrzeug nicht einbrach. Die Feuerwehr Pforzheim unterstützte hier mit dem Kranwagen die Bergung des Fahrzeugs.

Außerdem wurden bei Überlandhilfe-Einsätzen in Keltern und Birkenfeld die dortigen Feuerwehren mit dem Gerätewagen Gefahrgut unterstützt.

Bei Hilfeleistungseinsätzen im ersten Halbjahr 2017 wurden 219 (230) verletzte Personen durch die Feuerwehr erstversorgt, für 23 (19) Personen kam jede Hilfe zu spät. Insgesamt wurde ein Feuerwehrangehöriger bei den Einsätzen im ersten Halbjahr verletzt.